Abschlussdiskussion
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Diskussionsrunde zum Abschluss des Deutsch-Amerikanischen Mobilitätdialogs: (von links) Gereon Meyer (VDI/VDE-IT), Michael Bültmann (HERE Deutschland), Steven Shladover (University of California Berkeley), João Barros (Veniam), Emily Shao (Zoox) und Sven Beiker (Stanford University).

Die Vorstellung, dass automatisierte Gefährte eines Tages völlig selbstständig den Transport von Menschen und Gütern sowie die Erledigung von Dienstleistungen in der Stadt übernehmen könnten, ist verheißungsvoll und beunruhigend zugleich und erfordert daher eine sorgfältige und umfassende Planung des dazu nötigen Innovationsprozesses. Dies ist die Quintessenz des Deutsch-Amerikanischen Mobilitätsdialogs, der am 9. Juli 2019 unter dem Titel „Automated Transportation – Changing Cities, Society and Business“ im Deutschen Generalkonsulat in San Francisco, CA (USA) stattfand.

Vertretungen aus Wirtschaft, Politik und Forschung diskutieren neue Konzepte

Die ganztägige Veranstaltung, die aus zwei erfolgreichen abendlichen Paneldiskussionen in den beiden Vorjahren hervorgegangen ist, erfreute sich des Interesses von mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von beiden Seiten des Atlantiks; insbesondere die Forschungs- und Entwicklungszenten der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie im Silicon Valley waren im Publikum präsent. Veranstalter waren die deutsche Auslandshandelskammer in San Francisco (GACC West), das Beratungsunternehmen Silicon Valley Mobility und das Institut für Innovation + Technik (iit) der VDI/VDE Innovation + Technik. Die Moderation hatten Dr. Sven Beiker, Dozent an der Stanford University, und Dr. Gereon Meyer, stellvertretender Leiter des Bereichs Mobilität der Zukunft und Europa bei der VDI/VDE-IT.

Den Auftakt des Events bildete ein morgendlicher Fireside-Chat zwischen Rodney Slater, früherer amerikanischer Verkehrsminister, Dr. Thomas Becker, Leiter Politik und Außenbeziehungen bei BMW und Dr. Giovanni Circella, Leiter des Programms „3 Revolutions“ an der University of California Davis. Dabei ging es um das Zusammenspiel der Trends Elektrifizierung, Automatisierung und Shared Mobility, die das Automobil und den Straßenverkehr grundlegend verändern werden.

Herausforderungen des Automatisierten Stadtverkehrs

Im Sinnes eines partizipativ geführten Dialogs teilte sich das Publikum dann in Arbeitsgruppen auf, die jeweils unter der Leitung eines führenden Experten vier unterschiedliche Aspekte des automatisierten Stadtverkehrs diskutierten:

  • Human-Centric Urban Mobility (Leitung: Prof. Constantinos Antoniou, TU München),
  • Intelligent Mobility Robots (Leitung: Hiren Desai, Continental),
  • Shared Mobility Business Models (Leitung: Prof. William Riggs, University of San Francisco) und
  • Clouds & Networks (Leitung: Ashley Tarver, Cloudera).

Anschließend entwarfen die Leiter der Arbeitsgruppen im moderierten Dialog gemeinsam ein facettenreiches Zukunftsbild. Während aus technischer Sicht z. B. ein selbstfahrendes Shuttle, das Roboter-„Hunde“ für die Paketzustellung zu ihrem Einsatzort bringt, erstrebenswert erscheint, sind damit für das digitalisierte Verkehrsmanagement neue Herausforderungen verbunden. Zugleich stellen sich aus der Sicht von Nutzerinnen und Nutzern Fragen der Verkehrssicherheit, der Auswirkungen auf die Umwelt und der gerechten Verteilung des öffentlichen Raums. Die Beteiligten waren sich daher einig, dass die Umsetzung der Vision einer City-Robotik eine sorgfältige Planung erfordert, die frühzeitig technische wie nicht-technische Faktoren in den Blick nimmt.

Internationale Zusammenarbeit

Eine abschließende Diskussionsrunde widmete sich schließlich der Frage, wie die verschiedenen beteiligten Branchen und Disziplinen in Deutschland wie im Silicon Valley gemeinsam daran arbeiten könnten, Innovationen im Bereich der automatisierten Mobilität zu beschleunigen. Neben der Notwendigkeit, den transatlantischen Informationsaustausch und die Netzwerkbildung zu stärken, zeigte dabei auch ein Bedarf daran, die in diesem Bereich besonders von der IT-Industrie vorangetriebenen Wertschöpfungsprozesse für viele Akteure zugängig zu machen und bei der Förderung von Forschung und Entwicklung den globalen Innovationsprozessen mit internationalen Ansätzen besser Rechnung zu tragen.

Neu erschienen: Band 6 der Buchreihe "Road Vehicle Automation"

Am Ende der Veranstaltung stellten die beiden Moderatoren den nun bereits sechsten Band der gemeinsam im Rahmen der Lecture Notes in Mobility bei Springer herausgegebenen Buchreihe „Road Vehicle Automation“ vor, zu dem eine Vielzahl von Referenten der Konferenz "Automated Vehicle Symposium" beigetragen haben, von denen eine Reihe im Publikum vertreten waren.

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Bild: Diskussionsrunde zum Abschluss des Deutsch-Amerikanischen Mobilitätdialogs: (von links) Gereon Meyer (VDI/VDE-IT), Michael Bültmann (HERE Deutschland), Steven Shladover (University of California Berkeley), João Barros (Veniam), Emily Shao (Zoox) und Sven Beiker (Stanford University). Foto: GACC West